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Literatur-Kaffee: George Sand


Spielzeit: 11. März 2012

Uhrzeit: 15 Uhr (Bewirtung ab 14 Uhr)

Dauer: ca. 2 h


Es lesen: Doris Wolters und Holger Heddendorp

Redaktion: Holger Heddendorp

 

 

Balzac nannte sie „meine Kameradin“, für Heine war sie „die größte Schriftstellerin“, und selbst der in künstlerischen Fragen so strenge und unnachsichtige Flaubert lag ihr zu Füßen. Geistreich, produktiv, viel gelesen und keineswegs vergessen – eine Feministin avant la lettre.

Als Hose tragendes und Zigarren rauchendes Mannweib oder als Maitresse Chopins ist sie heute noch bekannt. Nietzsche nannte sie „die Schreibkuh“. In ähnlich rascher Folge wie sie ihre Romane veröffentlicht, wechselt sie die Liebhaber (Alfred de Musset, Prosper Merimee etc.).
Der Name George Sand steht für die Emanzipation von überkommenen Frauenbildern. Geboren wurde sie 1804, in dem Jahr, in dem Napoleon sich zum Kaiser krönte, und sie lebte lang genug, um die zahlreichen Umstürze mitzuerleben, die Frankreich im 19. Jahrhundert erschütterten: den Untergang Napoleons, die Restauration, die Republik von 1848, das zweite Kaiserreich und sein Ende im Krieg von 1870/71 mit den Unruhen der Commune. All das hat seinen Weg – mehr oder weniger vermittelt – in ihr Werk gefunden.

Vorgetragen werden Auszüge aus „Indiana“, „Lelia“, „Nanon“, daneben zahllose Briefe, sowie Ausschnitte aus ihrer Autobiographie.





Online Kartenvorverkauf

Literatur-Kaffee: Gustave Flaubert


Spielzeit: 01. April 2012

Uhrzeit: 16 Uhr (Bewirtung ab 15 Uhr)

Dauer: ca. 2 h


Es lesen: Patrick Blank und Holger Heddendorp

Redaktion: Holger Heddendorp

 

 

„Manche Leute haben ein zartes Herz und einen harten Geist. Bei mir ist es umgekehrt.“ - Wer Flaubert bloß kennt als den Verfasser der „Madame Bovary“, jenes schulemachenden "realistischen" Romans über die Sitten in der Provinz und das unglückliche Schicksal einer bürgerlichen Frau vor der Emanzipation, der kennt ihn nur halb. Warum handelte er sich mit „Madame Bovary“ eine Anklage wegen der Gefährdung der öffentlichen Moral und des christlichen Glaubens ein? Keineswegs, weil er unsittliche Verhältnisse beschrieb, sondern weil er etwa im Unterschied zu seiner alten Freundin George Sand den ästhetischen Ehrgeiz hatte, weder moralisch noch sentimental Partei zu ergreifen. Das war nicht besser, aber es war eine neue Erzählhaltung.
"Ich empfinde Hass auf die Dummheit meiner Epoche, ganze Fluten von Hass, die mich ersticken." So drastisch wie hier hat sich Flaubert immer wieder über das bürgerliche Zeitalter geäußert, aber auch seine Schriftstellerkollegen gern als Spießer, Krämerseelen und hirnlose Blödiane tituliert, weil es ihnen an ihnen an Mut und Ehrgeiz fehlte, dieser Gesellschaft die Leviten zu lesen.

Unter der Oberfläche seines Realismus ist Flaubert Romantiker geblieben. Das alles aber ändert nichts daran, dass sein Werk zum literarischen Fundus gehört, Teil unseres literarischen Bewusstseins ist, wegweisend für zahllose Autoren des 20. und 21. Jahrhunderts.

 

Vorgetragen werden Auszüge aus „November“, „Madame Bovary“, „Die Erziehung der Gefühle“, „Bouvard und Pecuchet“, ebenso zahllose Briefe, die Flaubert Louise Colet, Ivan Turgenev oder auch George Sand geschrieben hat u.v.m.

 

„Patrick Blank schafft es, allein mit seiner Stimme

im Kopf der Zuhörer ein Kino in Gang zu setzen.

Seine Stimme schlüpft mühelos in verschiedene Rollen.

Er inszeniert auf der Bühne lebhafte Dialoge – und sitzt doch ganz allein dort.

Dass schöne Sprache, der bewusst gewählte Umgang mit Worten

ein durchaus sinnliches Vergnügen sein kann,

erleben Patrick Blanks Zuhörer ganz unmittelbar.“

(Badische Zeitung)

 

Es lesen: Patrick Blank und Holger Heddendorp

Redaktion: Holger Heddendorp

 

Sonntag, den 01.04.2012, 16 Uhr

 

Bewirtung ab 15 Uhr

(und wie immer gibt es auch einen kleinen Bücher-Flohmarkt)




Online Kartenvorverkauf