Spielzeit 2019/2020 im Wallgraben Theater

VATER

von Florian Zeller

Premiere 11. Oktober 2019

André ist ein alter Herr Anfang 80. Er lebt allein in seiner eigenen Wohnung, er hat eine Tochter, Anne, die sich täglich um ihn kümmert, und einen Schwiegersohn, Pierre. Alles könnte also soweit in Ordnung sein.

Aber wer ist diese fremde Frau, die ihm Medikamente aufzwingen will, wer ist dieser unsympathische Kerl, der in seiner Küche ein Hühnchen brät, und wo um alles in der Welt ist schon wieder seine Uhr? Andrés Krankheit wird nie benannt, trotzdem wird schnell klar, wie es um ihn steht.

In Florian Zellers berührender Tragikomödie wird die Geschichte konsequent aus der Perspektive des Vaters erzählt. So kann der Zuschauer seinen Zustand emotional miterleben. „Ich habe das Gefühl, dass ich alle meine Blätter verliere, eins nach dem andern.“

Florian Zeller ist einer der meistgespielten zeitgenössischen französischen Dramatiker, sein Stück „Vater“ (2012 Paris) feierte Erfolge in ganz Europa und am Broadway, es wurde 2014 mit dem „Prix Molière“ ausgezeichnet.

Regie Hans Poeschl

BANDSCHEIBEN­VORFALL

von Ingrid Lausund

Premiere 14. Dezember 2019

Der Lebenslauf ist selbstverständlich lückenlos. Die Karriere vom Abitur bis Renteneintritt durchgeplant. Jeder kennt sie, jeder weiß Bescheid über die Kriecher, Katzbuckler, Stiefellecker und Intriganten, mit denen wir im Büro mehr Lebenszeit verbringen als mit unserer Familie.

Fünf dieser Stereotypen sitzen im Vorzimmer des Chefs. Sie warten darauf, in die Höhle des Löwen eingelassen zu werden. Der richtige Eindruck beim Chef ist entscheidend. Bis es soweit ist, vertreibt man sich die Zeit mit der Streuung gezielter Falschinformationen, schallender Ohrfeigen und dem üblichen Mobbing. Hauptsache, man ist den Anderen eine Sprosse auf der Karriereleiter voraus.

Das Stück ist ein grotesker und unterhaltsamer Abgesang auf unseren Selbstoptimierungswahn im Zeitalter flacher Hierarchien.

Ingrid Lausund ist eine erfolgreiche deutsche Theaterautorin, Regisseurin und Drehbuchautorin. Bei uns wurde von ihr schon das Stück „Benefiz – Jeder rettet einen Afrikaner” gezeigt.

Regie Hans Poeschl

JUDAS

von Lot Vekemanns

Premiere 8. April 2020

Der Name Judas steht für Verrat.

Judas Ischarioth wurde für die gesamte Christenheit der vergangenen zwei Jahrtausende zum Inbegriff des Bösen und Hässlichen. Doch hätte es ohne diesen Mann und seinen berühmten Judaskuss das Christentum als Weltreligion überhaupt gegeben?

Über seine Motive wurde immer wieder spekuliert, das Judas-Evangelium war verschollen und wird, in Fragmenten wieder entdeckt, weiterhin ignoriert.

Es wird also Zeit, ihn nach zweitausend Jahren einmal selbst zu Wort kommen zu lassen.

Die niederländische Erfolgsautorin Lot Vekemans erschafft ein differenziertes Bild dieses geheimnisvollen Mannes. Sie gibt ihm eine eigene Stimme, um seine Tat auf „ein menschliches Maß“ zurückzubringen.

Von derselben Autorin wurde bei uns schon „GIFT – eine Ehegeschichte“ inszeniert.

Realisierung & Regie Hans Poeschl und Regine Effinger

"FREIBURGER" JEDERMANN

nach Hugo von Hofmannsthal

45. Rathaushofspiele im Sommer 2020

Zum Stadtjubiläum von Freiburg bringen wir eine ganz besondere Produktion in den Rathaushof: den „Freiburger“ JEDERMANN

Wir versetzen diesen Klassiker, der u.a. jedes Jahr bei den Salzburger Festspielen aufgeführt wird, ins Hier und Jetzt. Zum 900. Geburtstag der Stadt kehrt Konrad I. von Zähringen (verkleidet als Bächleputzer) nach Freiburg zurück, um zu sehen, was aus seiner Stadt, der er 1120 das Marktrecht gegeben hatte, geworden ist.

Dabei stößt er auf einen besonders geizigen Kaufmann, den Jedermann, der nichts für das Allgemeinwohl zu tun scheint und sich nur auf Kosten der Bürger und der Stadt bereichert. Dann erscheint der Tod. Dieser wollte eigentlich den entlaufenen Konrad zurückholen und beschließt den Jedermann gleichfalls zu holen. 

Jedermann muss sich nun im Angesicht des Todes rechtfertigen: Was hat er in 900 Jahren aus der Stadt gemacht, wie zahlt er den Kredit zurück? Was tut er für die in Not geratenen, die Flüchtenden aus der Fremde, was für die Bürger der Stadt? Was investiert er in deren Zukunft?

Nach Hugo von Hofmannsthal (1874-1929 in Wien), Bearbeitung von Dr. Dirk Schröter. Gefördert zum Stadtjubiläum von der Stadt Freiburg und produziert vom Wallgraben Theater.

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Wallgraben Theater
Das kleine Schauspielhaus in Freiburg

Wallgraben Theater

Rathausgasse 5a
79098 Freiburg