Woyzeck


nach Georg Büchner

Premiere 11. März 2016

 

Was ist das, was in uns lügt, mordet, stiehlt?

 

Bekannt ist die Geschichte des einfachen Soldaten Franz Woyzeck: wenig Geld, viel Arbeit, noch mehr Probleme. Er hat ein Kind mit seiner Geliebten Marie – um sie zu ernähren, wird Woyzeck Versuchsperson für dubiose medizinische Experimente: er darf sich nur noch von Erbsen ernähren, wovon er vermutlich Halluzinationen bekommt. Als er erfährt, dass Marie eine Affäre mit einem Major hat, ist sein letzter Halt im Leben auch dahin. Innere Stimmen befehlen ihm, Marie zu töten.

Weggesperrt ist er auf sich selbst zurückgeworfen. Genau da beginnt der Theaterabend in Hans Poeschls Neubearbeitung des modernen Klassikers.

 

"man [hört] den Hauptdarstellern gern zu" >>> das schreibt die Badische Zeitung

 

Der Fall Woyzeck

Der 41-jährige ehemalige Soldat und jetzt arbeitslose Perückenmacher J.C.Woyzeck ersticht am 3. Juni 1821 seine Geliebte, die 46-jährige Witwe des Chirurgen Woost, im Hauseingang ihrer Wohnung in Leipzig. Für jenen Abend hatte sie ihm zwar ein Rendezvous versprochen, war aber mit einem anderen ausgegangen. Woyzeck war es bekannt, dass die Witwe mit anderen Männern, vorzugsweise mit Soldaten, Umgang pflegte.
Schon am Nachmittag hatte er sich das Mordinstrument, eine abgebrochene Degenklinge, besorgt und einen Griff anbringen lassen. Nach der Tat lässt er sich widerstandslos festnehmen. Der Verteidiger wirft die Frage auf, ob der Täter überhaupt recht bei Verstand sei und regt eine gerichtsärztliche Beobachtung von Woyzecks Geisteszustand an. Diese wird von einem Dr. J.C.A. Clarus durchgeführt, der im September 1821 sein Gutachten vorlegt: Woyzeck zeige zwar deutliche "Kennzeichen von moralischer Verwilderung", weise aber keine Geistesstörungen auf. Daraufhin wird Woyzeck zum Tod durch das Schwert verurteilt. Ein zweites Gutachten wird angefordert, als man erfährt, dass Woyzeck öfters von Stimmen heimgesucht worden sei, die ihm den Mord befohlen haben. Das zweite Clarus-Gutachten bleibt bei seinem Standpunkt, die Tat sei ein Ergebnis von moralischer Verkommenheit und sexueller Zügellosigkeit, die Stimmen und Visionen seien "durch Unordnungen des Blutumlaufes erregt".
J.C.Woyzeck wird am 27. August 1824 in Leipzig auf dem Marktplatz hingerichtet.
Regisseur Hans M. Poeschl: „Wenn man einem Menschen alle Tugenden, sozialen Zugehörigkeiten und moralischen Vorgänge wegnimmt – wie viel bleibt übrig von unserem im Großhirn anerzogenen und sozialisierten Teil "Behaviour", bevor wir zum Tier werden.“
Die Veröffentlichung der Clarus-Gutachten in medizinischen Fachzeitschriften ("Zeitschrift für Staatsarzneikunde" 1824 und 1826) erregte eine öffentliche Diskussion über Woyzecks Unzurechnungsfähigkeit. Georg Büchners Vater war Mitarbeiter dieser Zeitschrift und steuerte selbst Berichte über merkwürdige Fälle aus seiner Arztpraxis bei. Im Büchnerschen Haushalt existierten die gesammelten Jahrgänge der Zeitschrift und Georg Büchner hat als Medizinstudent und während seines Aufenthalts im Elternhaus Herbst 1834 die Gutachten gelesen. Gearbeitet hat er an diesem Drama, von dem es keine endgültige Fassung gibt, 1836/37 in Straßburg und Zürich. Überliefert ist es in drei Handschriften, in denen sich auch das Bild des Protagonisten Woyzeck verändert: Jeder Leseausgabe oder Bühnenfassung liegt also bereits eine Interpretation dieser Entwürfe zugrunde.
Die erste Aufführung des "Woyzeck" fand 1913 am Residenztheater München statt.

{fastsocialshare}


Vorstellungen

 

Dauer
65min, keine Pause

Tickets

Tel. Kartenreservierung
0761 / 2 56 56

(Zu den Kassen­öffnungs­zeiten)

Online-Tickets
(über ReserviX)

 

 

Mitwirkende

[widgetkit id="79" name="Mitwirkende Woyzeck"]

 


 

Bilder

[widgetkit id="81" name="Galerie Woyzeck"]

 


{jlexreview:on}


Wallgraben Theater
Das kleine Schauspielhaus in Freiburg

Wallgraben Theater

Rathausgasse 5a
79098 Freiburg

Gefördert durch
Deutscher Bühnenverein