wallgraben theater moderne unterhaltung drama

Kultur-Vor-Mittag

Auch in dieser Spielzeit gibt es wieder "Kultur-Vor-Mittag".

Jeden 3. Samstag im Monat 11-12 Uhr steht das Theaterfoyer offen und lädt ein, ein wenig zu verweilen und kulturelle Bonbons zu genießen. Der Eintritt ist frei! Wir freuen uns auf Sie und euch!


 

Kultur-Vor-Mittag 16.12.

Kultur-Vor-Mittag 16.12.

TBO Tiny Ballroom Orchestra: Ingmar Winkler & Birte Schöler
Kultur-Vor-Mittag 20.01.

Kultur-Vor-Mittag 20.01.

Linda (Unduzo) & Felix Rehmann
Kultur-Vor-Mittag 17.02.

Kultur-Vor-Mittag 17.02.

Edward Fernbach Trio

Aktuelle Stücke

Aktuelle Veranstaltungen im Wallgraben Theater

Hausproduktionen | Gastspiele | Lesungen | Rathaushofspiele | Kritiken

 

Aktuelle Veranstaltungen auch im monatlichen Wallgraben Newsletter:  Jetzt anmelden

 

Hausproduktionen

Lot Vekemans: Gift

Lot Vekemans: Gift

WA-Premiere 6. Oktober 2017

Originaltitel: Gif
 
UA: 18.12.2009, NT Gent
DE: 02.06.2011 Gastspiel des NT Gent, Schauspiel Köln
 
Regie: Christian Lugerth
Mit: Regine Effinger / Hans Poeschl
 
Das Drama „Gift“ von Lot Vekemans ist ein berührendes Stück über die Suche zweier Menschen nach der Möglichkeit, die Vergangenheit zu akzeptieren, in gemeinsamer Erinnerung Ruhe zu finden und Vertrautes wieder zuzulassen. Dabei lässt das Stück selbst in der tiefsten Tragik des Lebens auch komischen Momenten Raum.
 

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Max Frisch: Biedermann und die Brandstifter

Max Frisch: Biedermann und die Brandstifter

Premiere 11. November 2017

Ein Lehrstück ohne Lehre

Regie: Andreas von Studnitz
Mit: Achim Barrenstein / Georg Blumreiter / Sybille Denker / Dietmar Kwoka / Katharina Rauenbusch

Max Frischs 1958 in Zürich uraufgeführte Tragikomödie »Biedermann und die Brandstifter« schildert die absichtliche Blindheit seines Protagonisten gegenüber einer sich zusammenbrauenden Gefahr und die grausamen Folgen: Obwohl Brandstiftungen allgegenwärtig sind, glaubt Gottlieb Biedermann, Fabrikant von Haarwasser, sich sicher und nimmt zwei fragwürdige Gestalten in sein Haus auf, um von ihnen verschont zu werden.

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WA

WA "Spielen Sie doch einfach, was da steht" - LORIOT

WA-Premiere 20. Dezember 2017

Mit: Regine Effinger / Hans Poeschl / Natalia Herrera / Fabian Guggisberg / Peter Haug-Lamersdorf / Jacco Venhuis
 

Auf vielfachen Wunsch - „Ich hätte gerne für die Zauberflöte, erste oder zweite Reihe Mitte vier Plätze. Drei Erwachsene und ein Riesenschnauzer.“ - wird unsere Weihnachts-„Früher war mehr Lametta“-produktion auch in dieser Spielzeit noch einmal zu sehen sein und die Loriot-Tradition des Hauses fortsetzen.

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Philipp Löhle: Du (Normen)

Philipp Löhle: Du (Normen)

Premiere 3. Februar 2018

Regie: Benjamin Hille

Wie wird ein Mensch zu dem, der er ist? Und vor allem: Wie wird man zu einem kapitalistischen Ausbeuter? Diese Fragen beschäftigen Philipp Löhle in seinem Stück »Du (Normen)«.

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Yasmina Reza: Drei Mal Leben

Yasmina Reza: Drei Mal Leben

Premiere 16. März 2018

Regie: Udo Schürmer

Yasmina Reza ist Meisterin der gutbürgerlichen Paarkämpfe. Die Besonderheit dieser turbulenten Komödie: Wir erleben drei Versionen des gleichen Abends, drei mögliche Varianten derselben Grundsituation mit sehr unterschiedlichem Ausgang, eben »Drei Mal Leben«.

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Timur Vermes: Er ist wieder da

Timur Vermes: Er ist wieder da

Premiere 9. Mai 2018

Fassung: Dr. Dirk Schröter
Regie: Christian Sunkel

„Er ist wieder da“ ist das Bühnenstück nach dem Bestseller-Debütroman von Timur Vermes. Eine typische Was-wäre-wenn-Geschichte, die es in sich hat. Vor allem für den Hauptdarsteller. Das Stück ist eine klassische Komödie, ihr Thema aber ist sehr ernst.

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Gastspiele


 

"Die Glasmenagerie" von Tennessee Williams

Eine Produktion des Rottstr 5 Theaters (aus Bochum)

Ein Spiel der Erinnerung: So nennt Tennessee Williams seine 1950 uraufgeführte Glasmenagerie. Der Lagerarbeiter Tom, seine verkrüppelte Schwester Laura und Mutter Amanda: In Armut, ohne Vater, kämpfen die drei Tag für Tag ums Überleben und etwas Glück. Tom verbringt die Nächte im Kino, Amanda träumt sich in frühere, bessere Zeiten und Laura zieht sich in die Welt ihres Zoos aus Glastieren zurück. Die Idee in Amanda wächst, für ihre Tochter einen Mann zu finden. Als Jim, ein Kollege von Tom, zum Essen kommt, gerät das zerbrechliche Familiengefüge vollends aus dem Gleichgewicht.

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Myrtil Haefs: Der Lack ist ab - der Glanz bleibt!

Myrtil Haefs: Der Lack ist ab - der Glanz bleibt!

Entertainment der reiferen Art


Musikalische Begleitung: Michael Faßbender
Regie: Christian Bronder
Musikalische Arrangements: Andreas Binder

Montag, 12. Februar 2018, 20 Uhr


In ihrem neuen Programm: „Der Lack ist ab – der Glanz bleibt!“ schreibt sich Myrtil Haefs neue Geschichten auf den eigenen Leib, mit unverstelltem Blick – ungeschminkt und ungeliftet – direkt auf dieses verrückte Leben.

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Bea von Malchus: Heinrich VIII.

Bea von Malchus: Heinrich VIII.

Montag, 26. Februar 2018, 20 Uhr


Ladies and Gentlemen! Welcome to England!
Wir schreiben das Jahr 1599. Elizabeth I. liegt mit Zahnschmerzen auf ihrer Couch, zu ihren Füßen: William Shakespeare.
Er stellt der Königin gerade sein neuestes Stück vor. Es handelt von ihrem Vater: Heinrich VIII.
„Ist es zum Weinen, Shakespeare, oder zum Lachen?" - „Beides, Majestät, beides!"

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DIE HEINZ-ERHARDT-SHOW

DIE HEINZ-ERHARDT-SHOW

EINE HEINZIGARTIGE HOMMAGE AN DEN MANN MIT DER BRILLE!

Heinz Erhardt war und ist der Urvater deutscher Comedy, der Spaßmacher des Wirtschaftswunders, unerreichte Ulknudel und Scherzmaultasche, der ungekrönte Kalauerkaiser.

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Bea von Malchus: Bazilikonmädchen

Bea von Malchus: Bazilikonmädchen

Eine orientalische Liebesgeschichte von Elsa Sophia von Kamphoevener

Montag, 16. April 2018, 20 Uhr 

Eine junge, unerschrockene Gärtnerin, die das Herz ihres schönen, reichen, doch ein wenig einfältigen Nachbarn gewinnen will...

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Bea von Malchus

Bea von Malchus "QUEENS"

Elizabeth I. & Maria Stuart
im Kampf um Englands Thron

Montag, 14. Mai 2018, 20 Uhr

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Lesungen


 

Literatur-Café: SCHUBERT

Literatur-Café: SCHUBERT

von Peter Härtling

Es lesen: Natalia Herrera & Dirk Schröter
Redaktion: Dr. Dirk Schröter

Sonntag, den 11. Februar 2018, 16 Uhr
Kaffee & Kuchen ab 15 Uhr

Zur Veranstaltung


Literatur-Café: SCHUMANNS SCHATTEN

Literatur-Café: SCHUMANNS SCHATTEN

von Peter Härtling

Es lesen: Natalia Herrera & Dirk Schröter
Redaktion: Dr. Dirk Schröter

Sonntag, den 18. März 2018, 16 Uhr
Kaffee & Kuchen ab 15 Uhr

Zur Veranstaltung

 

 

Hausproduktionen

Hausproduktionen

Neue Spielzeit 2017/18:

(Zeichnungen Katharina Kreßler)

 

Lot Vekemans: Gift

Lot Vekemans: Gift

WA-Premiere 6. Oktober 2017

Originaltitel: Gif
 
UA: 18.12.2009, NT Gent
DE: 02.06.2011 Gastspiel des NT Gent, Schauspiel Köln
 
Regie: Christian Lugerth
Mit: Regine Effinger / Hans Poeschl
 
Das Drama „Gift“ von Lot Vekemans ist ein berührendes Stück über die Suche zweier Menschen nach der Möglichkeit, die Vergangenheit zu akzeptieren, in gemeinsamer Erinnerung Ruhe zu finden und Vertrautes wieder zuzulassen. Dabei lässt das Stück selbst in der tiefsten Tragik des Lebens auch komischen Momenten Raum.
 

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Max Frisch: Biedermann und die Brandstifter

Max Frisch: Biedermann und die Brandstifter

Premiere 11. November 2017

Ein Lehrstück ohne Lehre

Regie: Andreas von Studnitz
Mit: Achim Barrenstein / Georg Blumreiter / Sybille Denker / Dietmar Kwoka / Katharina Rauenbusch

Max Frischs 1958 in Zürich uraufgeführte Tragikomödie »Biedermann und die Brandstifter« schildert die absichtliche Blindheit seines Protagonisten gegenüber einer sich zusammenbrauenden Gefahr und die grausamen Folgen: Obwohl Brandstiftungen allgegenwärtig sind, glaubt Gottlieb Biedermann, Fabrikant von Haarwasser, sich sicher und nimmt zwei fragwürdige Gestalten in sein Haus auf, um von ihnen verschont zu werden.

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WA

WA "Spielen Sie doch einfach, was da steht" - LORIOT

WA-Premiere 20. Dezember 2017

Mit: Regine Effinger / Hans Poeschl / Natalia Herrera / Fabian Guggisberg / Peter Haug-Lamersdorf / Jacco Venhuis
 

Auf vielfachen Wunsch - „Ich hätte gerne für die Zauberflöte, erste oder zweite Reihe Mitte vier Plätze. Drei Erwachsene und ein Riesenschnauzer.“ - wird unsere Weihnachts-„Früher war mehr Lametta“-produktion auch in dieser Spielzeit noch einmal zu sehen sein und die Loriot-Tradition des Hauses fortsetzen.

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Philipp Löhle: Du (Normen)

Philipp Löhle: Du (Normen)

Premiere 3. Februar 2018

Regie: Benjamin Hille

Wie wird ein Mensch zu dem, der er ist? Und vor allem: Wie wird man zu einem kapitalistischen Ausbeuter? Diese Fragen beschäftigen Philipp Löhle in seinem Stück »Du (Normen)«.

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Yasmina Reza: Drei Mal Leben

Yasmina Reza: Drei Mal Leben

Premiere 16. März 2018

Regie: Udo Schürmer

Yasmina Reza ist Meisterin der gutbürgerlichen Paarkämpfe. Die Besonderheit dieser turbulenten Komödie: Wir erleben drei Versionen des gleichen Abends, drei mögliche Varianten derselben Grundsituation mit sehr unterschiedlichem Ausgang, eben »Drei Mal Leben«.

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Timur Vermes: Er ist wieder da

Timur Vermes: Er ist wieder da

Premiere 9. Mai 2018

Fassung: Dr. Dirk Schröter
Regie: Christian Sunkel

„Er ist wieder da“ ist das Bühnenstück nach dem Bestseller-Debütroman von Timur Vermes. Eine typische Was-wäre-wenn-Geschichte, die es in sich hat. Vor allem für den Hauptdarsteller. Das Stück ist eine klassische Komödie, ihr Thema aber ist sehr ernst.

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39 Stufen

39 Stufen

Spielzeit: 18. Mai - 25. Juni 2011

Dauer: ca. 2 h
Darsteller: Sybille Denker, Markus Bölling Burkhard Wein und Ives Pancera
Regie: Christian Lugerth
Verlag: Rowohlt Theater Verlag

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Ungehaltene Reden ungehaltener Frauen

Christine Brückner

Wiederaufnahme 29.10.2012, 20 Uhr

weitere Vorstellungen 30.10., 31.10., 02.11., 5.11.-8.11., 12.11.-14.11., 22.11., 23.11.

Dauer ca. 2 h

Mit Sybille Denker / Regine Effinger / Susanne Henneberger

Regie Steffi Bürger / Hans Poeschl /

Carola Ziemke

Verlag / Aufführungsrechte S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main

 

Sechs Frauen unterschiedlicher Epochen – sechs bekannte Lebensläufe. Doch was hat die Frauen in ihren bewegendsten Stunden wirklich beschäftigt? Was ist von ihren anfänglichen Träumen übrig geblieben? Konnten sie ihre Gedanken in ihrer Zeit laut formulieren? Sechs bewegende Monologe, die unterschiedlicher nicht sein könnten und auch in unserer emanzipierten Zeit noch Aussagekraft haben.

Das Wallgraben Theater gibt Ihnen eine Stimme: Christiane Goethe, Desdemona, Donna Laura, Effi Briest, Gudrun Ensslin und Megara halten ihre ungehaltenen Reden.

Regie Steffi Bürger / Hans Poeschl / Carola Ziemke

Mit Sybille Denker / Regine Effinger / Susanne Henneberger

UA 1984, Landesbühne Wilhelmshaven

Christine Brückner (1921-1996, Deutschland) war Roman- und Kinderbuchautorin. Ihre Romane „Jauche und Levkojen“ und „Nirgendwo ist Poenichen“ wurden als erfolgreiche Fernseh-Mehrteiler verfilmt. Die Monologe „Ungehaltene Reden ungehaltener Frauen“ erfuhren nicht nur hohe Auflagen, sondern gehörten auch zu den meistgespielten Stücken ihrer Zeit.

 

Online Kartenvorverkauf

 

Regine Effinger Sybille Denker Susanne Henneberger

 

Kritik:

Fr, 12. Oktober 2012, Badischen Zeitung.

von Heidi Ossenberg

Mordswut im Bauch

Christine Brückners "Ungehaltene Reden ungehaltener Frauen" im Freiburger Wallgraben Theater.

  1. Sybille Denker als Gudrun Ensslin in "Ungehaltene Frauen..." am Wallgraben-Theater Foto: Christine Deutsch

 

 

Was für ein schönes Wort: Ungehalten. Eines freilich mit (mindestens) zwei Bedeutungen. Ungehaltene Reden sind solche, die niemand hat hören können, weil sie nie gehalten wurden. Das Grimm’sche Wörterbuch beschreibt, was auf den zweiten Teil des Theaterstücktitels von Christine Brückner (1921-1996) passt: Ungehaltene Frauen sind solche, die sich nicht im Zaum halten können, die sich – höchst emotional – Raum schaffen für ihre Botschaften.

Dieser Raum auf der Kellerbühne des Freiburger Wallgraben Theaters ist denkbar schlicht gestaltet: Weiße Wände mit sechs darin eingelassenen Schubladen umfangen die Bühne. Drei unterschiedlich große, bewegliche Podeste, die im Laufe des Abends zum Bett von Desdemona werden, zum Stühlchen für die wartende Christiane von Goethe oder zur Gefängnispritsche von Gudrun Ensslin, stehen darauf. Carola Ziemkes Bühne ist klug komponiert: Nichts lenkt ab von den Monologen der sechs Frauen, die, obgleich sie lange tot oder ohnehin "nur" als Fiktion lebendig, noch immer Wichtiges zu sagen haben.

Ob "Goethes dickere Hälfte" Christiane, Petrarcas schöne Muse Donna Laura, Othellos treue Ehefrau Desdemona, Baron von Instettens blutjunge Gattin Effi Briest, Pastor Ensslins rebellische Tochter Gudrun oder Christine Brückners Lysistrate-Gegenspielerin Megara – sie alle haben eine Mordswut im Bauch. Auf die vornehme Gesellschaft, die ein "Gossenkind" nicht anerkennt. Auf Männer, die Frauen anbeten wie Heiligenstatuen – darüber aber deren Recht auf ein eigenes Leben vergessen. Auf Väter, die sich hinter bürgerlichen Phrasen verstecken und auf Geschlechtsgenossinnen, die Gutes wollen aber zu den falschen Mitteln greifen. Allesamt kluge Frauen sind das, denen die Schriftstellerin Brückner Anfang der 1980er Jahre klare Worte und authentische Gefühle mitgab – Worte und Gefühle, die heute noch genau so glaubwürdig erklingen, wie damals.

Wenn sie denn von Schauspielerinnen glaubwürdig verkörpert werden. Im Fall von Regine Effinger, Sybille Denker und Susanne Henneberger, die unter der Regie von Steffi Bürger, Carola Ziemke und Hans Poeschl ungehalten reden, kann das aus vollem Herzen bejaht werden. Ein wunderbarer Abend der Schauspielkunst!

Sich allein Raum zu verschaffen auf einer nahezu leeren Bühne ist sicher kein leichtes Unterfangen. Bei einem Monolog existiert in der Regel kein Gegenüber, niemand, auf den die Darstellerin reagieren kann, mit dem sie agieren kann. Umso klüger ist die Idee der drei Regisseure, ihren Schauspielerinnen Hilfsmittel zu verschaffen, die zudem noch mit subtiler Bedeutung aufgeladen sind: der Scherenschnitt von Dichter Goethe, das Mikrophon an der Zellendecke in Stammheim, der Mantel des Kriegshelden Othello.

Packend geraten so die Monologe, das Spiel der drei nacheinander in je zwei Rollen auftretenden Schauspielerinnen ist präzise und von einer wunderbaren Leichtigkeit getragen. Sybille Denker schlüpft nacheinander in so diametral verschiedene Figuren wie Christiane von Goethe und Gudrun Ensslin und beherrscht die Naivität der einen wie die kalte Verzweiflung der anderen. Schaudernd durchlebt man bei Regine Effinger Donna Lauras Qualen einer lebendig Begrabenen – um sich kurz danach über Effingers quirlige Prostituierte Megara zu amüsieren. Susanne Henneberger darf noch ein wenig langsamer sprechen – verleiht aber den jungen Ehefrauen Desdemona und Effi Briest großartig viel Herz und Verstand. Langer Beifall für ein zweistündiges Theaterfest.
– Weitere Termine bis 10. November.

Da kommt noch wer

Jon Fosse

Da kommt noch wer

Spielzeit: März-Mai 2013

Dauer: ca 1 Stunde, 10 Min.

Darsteller: Hans PoeschlRagna GuderianMichael Schmitter

Regie: Andreas von Studnitz
Verlag:

 

 

 


 


 

Deutsch von Hinrich Schmidt-Henkel

Er und Sie haben sich ein altes Haus gekauft, an einer verlassenen Küste. Hier wollen sie zusammen leben, bestätigen sie einander immer wieder: Beschwörungsformeln gegen das Eindringen der Außenwelt. Groß ist die Furcht: Was, wenn doch noch jemand kommt, so unwahrscheinlich dies auch scheinen mag. Und dann steht der Nachbar und frühere Besitzer des Hauses vor der Tür. Auslöser für neue Ängste und zerstörerische Eifersucht, die das Paar in einem schleichenden Prozess zermalmen.

Regie Andreas von Studnitz

Mit Hans Poeschl / Ragna Guderian / NN

Ua1996 Det Norske Teatret, Oslo

DSe 2001 Düsseldorfer Schauspielhaus

Jon Fosse (geboren 1959, Norwegen), ursprünglich Lyriker und Ro-

manautor, ist er heute einer der meistgespielten Gegenwartsautoren

auf allen großen Bühnen. Seine Stücke wurden in über 40 Sprachen

übersetzt.

 

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